Mit Wirkung vom 17. August 2015 ist die Europäische Erbrechtsverordnung in Kraft getreten, die für die meisten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gilt. Sie regelt für alle Todesfälle mit grenzüberschreitendem Bezug, bei denen also Staatsangehörigkeit, Wohnsitz und Nachlasswerte zu verschiedenen Ländern gehören, welches Recht auf den Erbfall anzuwenden ist. Dabei richtet sich das Recht nicht mehr, wie bisher, nach der Staatsangehörigkeit, sondern nach dem Land in dem der Verstorbene zuletzt seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hatte. Jedem Erblasser steht es aber frei, zu Lebzeiten für seinen Nachlass das Recht des Landes zu wählen, dessen Staatsangehörigkeit er hat. Dies muss er nur rechtzeitig tun und sollte sich dafür von einem Rechtsanwalt oder Notar beraten lassen.